Laut einer Analyse von mehr als 300 Fällen durch den Mietrechtsexperten „Mineko“ sind 79 Prozent der Nebenkostenabrechnungen im Bereich Retail fehlerhaft und fallen um durchschnittlich rund 3.300 Euro zu hoch aus.
Aufgrund falsch berechneter Nebenkosten für ihre Filialen verlieren Einzelhändler offenbar unbemerkt viel Geld. Für sie lohne sich ein genauerer Blick auf die erhaltenen Abrechnungen, schlussfolgert der Mietrechtsexperte Mineko . Die Prop- und Legaltech-Plattform mehr als 1.200 gewerbliche Nebenkostenabrechnungen aus den Bereichen Einzelhandel, Apotheke, Büro, Gastronomie und Praxis auf ihre Richtigkeit überprüft. Im Schnitt sei jede Abrechnung um 13 Prozent überhöht.
In vielen Gewerbeabrechnungen seien Kostenpositionen angegeben, deren Umlegung zuvor nicht vertraglich oder aber unbestimmt vereinbart worden sei. Hierzu gehörten vor allem sonstige Betriebskosten wie die Wartung von sämtlichen technischen Anlagen eines Gebäudes. Oft würden auch unkonkrete Kostenpositionen abgerechnet, die die Wartung zweier technischer Anlagen beinhalten, aber nicht spezifisch voneinander getrennt worden seien.
Die Wartung von Feuerlöschern könne zum Beispiel nach Vereinbarung grundsätzlich umlegbar sein, die Wartung von Wandhydranten hingegen, sofern nicht konkret vereinbart, nicht. Vermieter, so Mineko, vermischten technische Anlagen und die daran getätigten, gegebenenfalls nur teilweise umlegbaren Arbeiten häufig miteinander.
Mineko-Chef Chris Möller: „Einzelhändler, die Gebäudeflächen anmieten, verlieren jedes Jahr unbemerkt Tausende Euro aufgrund von Fehlern in Nebenkostenabrechnungen. Die wenigsten Gewerbeabrechnungen sind zu hundert Prozent korrekt. Abgesehen von kalkulatorischen Fehlern werden in vielen Fällen fälschlicherweise Positionen auf das Gewerbe umgelegt, die nicht oder nur unbestimmt im Mietvertrag vereinbart worden sind oder deren Umlagefähigkeit aufgrund von aktueller Rechtsprechung sogar gänzlich für obsolet erklärt worden ist.“
Unternehmen sollten sich daher die Zeit nehmen, ihre Nebenkostenabrechnungen genau unter die Lupe zu nehmen. „Nur so können sie Widerspruch einlegen, dem Vermieter potenzielle Fehlberechnungen aufzeigen und hohe Summen sparen. Bei Bedarf stehen Mietrechtsexperten wie Mineko zur Seite, um unabhängige Prüfungen durchzuführen.”
