Laut der Studie „Arbeitsmarktfortschreibung“ des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) wird sich der Fachkräftemangel in Deutschland bis 2028 deutlich verschärfen. Demnach ist ein Anstieg auf rund 768.000 unbesetzte Stellen zu erwarten (zum Vergleich: etwa 487.000 waren es im Jahr 2024). Betroffen sind vor allem Verkaufsberufe, Sozialarbeit, Kindererziehung und Krankenpflege.
Der demografische Wandel (Ruhestand der Babyboomer) gilt als Hauptursache des zunehmenden Fachkräftemangels. Eine qualifizierte Zuwanderung in großem Umfang sei nötig, um aus dem Arbeitsleben ausscheidende Arbeitskräfte zu ersetzen, heißt es in der Studie.
Die größten Engpässe sind laut der Studie bei Fachkräften im Verkauf (zum Beispiel Einzelhandelskaufmann/-frau) zu erwarten. Weil immer weniger junge Menschen sich für eine Ausbildung in diesem Berufsfeld entscheiden, werde die Fachkräftelücke von ca. 12.900 auf 40.470 ansteigen.
Zur Methodik: Die Arbeitsmarktfortschreibung modelliert Trends aus den Jahre 2016–2022 und projiziert sie für über 1.300 Berufe bis 2028. Sie berücksichtigt demografische Entwicklungen, Zuwanderung, Partizipationsquoten, Arbeitslosigkeit und Berufsstruktur.
