Ein Mann in einem schwarzen Anzug steht vor einem bunten Kunstwerk.
Dr. Stephan Telschow, Geschäftsführer der GIM. (Quelle: Gesellschaft für innovative Marktforschung (GIM))

Handel 2024-11-20T07:07:48.589Z Studie „KMU Challenges“ benennt Belastungen und zeigt Lösungsansätze

Die Gesellschaft für innovative Marktforschung (GIM) hat in ihrer Studie „KMU Challenges: Herausforderungen und Strategien im Mittelstand“ die größten Herausforderungen für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) in Deutschland ermittelt. So sind Bürokratie, steigende Rohstoffpreise und der Fachkräftemangel die drängendsten Wachstumshemmnisse.

Die Studie zeigt zudem, dass insbesondere regulatorische und energiepolitische Belastungen den Handlungsspielraum vieler KMU stark einschränken – weshalb bedeutende Themen wie Digitalisierung und Nachhaltigkeit bislang nur unzureichend angegangen werden können.

„KMU verlieren an Beweglichkeit, da sie vor allem von Politik und Großkonzernen regulatorisch teils wie Konzerne behandelt und belastet werden – und zugleich in einem immer komplexeren Marktumfeld wirtschaftlich dynamisch bleiben müssen,“ sagt Dr.Stephan Telschow, Geschäftsführer der GIM. „Sie benötigen präzise, praxisnahe Perspektiven und Lösungswege für ihre spezifischen Herausforderungen – auf mittelfristige bis lange Sicht und nicht nur auf Quartalsperspektive.“ Als mittelständisches Unternehmen kenne die GIM dieses Spannungsfeld auch aus erster Hand. „Wir wissen, wie wichtig praxiserprobte, datenbasierte Lösungen sind, um erfolgreich im Wettbewerb zu bestehen. Wir unterstützen Unternehmen und Verbände dabei, diese Insights zu gewinnen – und inkonkrete Erfolgsstrategien umzusetzen.“

Drei Kernergebnisse der Studie:

  • Bürokratische Belastungen als Wachstumsbremse – 82 % der KMU nennen Bürokratie als größtes Hindernis. Vielzahl und Komplexität der regulatorischen Vorgaben binden wertvolle Ressourcen und beeinträchtigen das Kerngeschäft.

  • Rohstoffpreise und wirtschaftliche Unsicherheit – Vor allem produzierende und baunahe Unternehmen leiden unter volatilen Rohstoffmärkten, was sich auf die Rentabilität und Planungssicherheit auswirkt.

  • Akuter Fachkräftemangel – Rund die Hälfte der KMU sehen sich im Bereich der Fachkräftegewinnung schlecht aufgestellt, was in Branchen wie dem Baugewerbe und Dienstleistungen zunehmend als Bremsschuh empfunden wird.

Zugleich zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen KMU-Typen: Während traditionelle Familienbetriebe aus Handwerk und Produktion ihre Perspektiven verhalten sehen, blicken stark wachstumsorientierte, sich selbst als modern wahrnehmende Unternehmen optimistischer in die Zukunft. Eine anhaltend schlechte Stimmung zeigt sich bei Selbstverwirklichern – Selbständigen, die ihre persönlichen Leidenschaften zum Geschäft gemacht haben.

Verhaltener Optimismus trotz schwieriger Rahmenbedingungen

Dennoch blicken einige KMU laut der Studie optimistisch in die Zukunft. Zwei Drittel der Befragten erwarten eine gleichbleibende oder sogar verbesserte wirtschaftliche Lage in den kommenden drei Jahren. Vor allem Dienstleister zeigen sich zuversichtlich, während im Baugewerbe Zweifel vorherrschen.

KMU erwarten nun eindeutige Unterstützung von Wirtschafts- und Branchenverbänden. Sie gelten als verlässliche Partner – während die Bundespolitik trotz zentraler Verantwortung von vielen als ineffektiv wahrgenommen wird. Neben der Forderung nach Bürokratieabbau und finanzieller Entlastung plädieren die KMU unter anderem für ein praxiszentriertes Ausbildungssystem.

zuletzt editiert am 20. November 2024