Mit der aktuellen Studie „Konsumbarometer 2026“ rückt Consors Finanz die wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung der Generation 60+ in den Mittelpunkt. Die Untersuchung zeigt, dass ältere Konsumentinnen und Konsumenten in Deutschland und Europa aktiv, konsumfreudig und digital aufgeschlossen sind – und dennoch von Markt und Marketingstrategien häufig unterschätzt werden.
In Deutschland ist bereits mehr als ein Fünftel der Bevölkerung 60 Jahre oder älter, Tendenz steigend. Zugleich verfügt diese Altersgruppe über das höchste Nettovermögen aller Generationen und will dieses Vermögen bewusst einsetzen: 93 Prozent der deutschen Seniorinnen und Senioren geben laut Studie an, durch Konsum ihre Lebensqualität verbessern zu wollen. Konsum hat für sie dabei ausdrücklich auch eine soziale Dimension – 64 Prozent sehen ihn als Möglichkeit, aktiv an der Gesellschaft teilzuhaben und zugleich die Wirtschaft zu stützen.
Die Studie zeichnet das Bild einer Generation, die ihr Leben selbstbestimmt gestalten möchte. Ganz oben auf der Agenda stehen Gesundheit (91 Prozent in Deutschland und der EU), finanzielle Unabhängigkeit (Deutschland 84 Prozent, EU 72 Prozent) und das möglichst lange Wohnen in den eigenen vier Wänden (Deutschland 87 Prozent, EU 83 Prozent). Der Ruhestand wird nicht als Rückzug, sondern als aktive Lebensphase verstanden, in der bewusst konsumiert und gestaltet wird, so die Studie.
Klischee vom analogen Senior widerlegt
Beim Einkauf zeigt sich die Generation 60+ preisbewusst, qualitätsorientiert und überraschend umweltbewusst. Neben Preis, Qualität und Funktionalität zählen in Deutschland Umweltfreundlichkeit und Energieeffizienz zu den Top drei Kaufkriterien – und liegen damit noch vor anderen klassischen Merkmalen. Zugleich widerlegt die Studie das Klischee des analogen Seniors: Ältere Konsumentinnen und Konsumenten sind mehrheitlich mit dem Smartphone ausgestattet und bewegen sich souverän im Online-Handel.
Das gesellschaftliche Bild älterer Verbraucherinnen und Verbraucher ist nach den Studienergebnissen positiver, als es die öffentliche Debatte um den demografischen Wandel vermuten lässt. Eine große Mehrheit der befragten Europäerinnen und Europäer, inklusive jüngerer Altersgruppen, nimmt ältere Menschen als Bereicherung für die Gesellschaft wahr. Für den Handel und die Konsumgüterindustrie ergibt sich daraus eine klare Botschaft: Die Generation 60+ ist keine homogene Nische, sondern eine differenzierte, kaufkräftige und wachsende Zielgruppe, deren Bedürfnisse und Werte – von Qualität über Nachhaltigkeit bis zur digitalen Nutzung – stärker in Produkt- und Marketingstrategien berücksichtigt werden müssen.
