Der Markt für Loyalty Apps ist in Bewegung wie selten zuvor. Große Lebensmittelhändler wie Rews oder Kaufland haben ihre Programme im vergangenen Jahr massiv ausgebaut, Edeka ist als Partner bei Payback eingestiegen. Und auch jenseits des klassischen Lebensmitteleinzelhandels setzen immer mehr Anbieter auf digitale Loyalty-Programme. Ziel ist es, Kundinnen und Kunden enger zu binden, Kaufanreize zu schaffen und relevante Touchpoints entlang der Customer Journey zu besetzen. Doch wie erfolgreich ist diese Strategie tatsächlich. Dieser Frage ging die neue Studie von IFH Media Analytics und Media Central nach.
Die Ergebnisse zeigen: Loyalty Apps sind im Alltag der Verbraucher fest verankert: Neun von zehn Befragten (91 %) nutzen mindestens eine Loyalty App. Damit ist die Zahl der Nicht-User im Jahresvergleich deutlich geschrumpft (2026: 9 %; 2025: 30 %). Die durchschnittliche Anzahl der genutzten Loyalty Apps bleibt mit 4,2 pro Konsumenten aber stabil auf Vorjahresniveau.
Im Nutzungsmix liefern sich laut der Studie branchenübergreifende Programme und Loyalty Apps einzelner Lebensmitteleinzelhändler ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Beide Formate werden von jeweils 57 Prozent der Verbraucher mehrmals wöchentlich genutzt. Trotz des intensiven Wettbewerbs bleibt Payback mit deutlichem Vorsprung die meistgenutzt Loyalty App (40 %). Dahinter folgen Händlerprogramme wie LIDL Plus (16 %), Rewe Bonus (11 %) sowie die Kaufland Card (7 %). Darüber hinaus kommen auch Programme aus anderen FMCG-Branchen regelmäßig zum Einsatz: Vor allem Loyalty Apps von Drogeriemärkten erreichen bereits eine relevante monatliche Nutzung (43 %).
Grundsätzlich genießen Loyalty-Programme einen hohen Vertrauensvorschuss: 66 Prozent der Nutzer:innen bewerten die Vorteile als seriös und fair, unter den Heavy Usern sind es sogar 74 Prozent. Auch Datenschutzbedenken spielen für die Mehrheit keine Rolle (57 %). Gleichzeitig zeigt sich jedoch eine klare Grenze der Bindungswirkung: Drei Viertel der Nutzer entscheiden sich im Zweifel für ein gutes Angebot oder einen attraktiven Preis – unabhängig von einer Loyalty App. Besonders stark ausgeprägt ist diese Präferenz bei Light Usern (85 %) sowie bei älteren Konsumenten (80 %). Entsprechend werden Loyalty Apps vor allem dann genutzt, wenn sich der Vorteil aus Sicht der Konsumenten wirklich lohnt (78 %). Wie gering die tatsächliche Bindung ist, zeigt sich auch darin, dass jeder Zweite (51 %) angibt, für den besten Vorteil häufig zwischen verschiedenen Apps zu wechseln.
„Loyalty Apps sind heute breit etabliert – echte Bindung entsteht daraus aber noch nicht automatisch. Viele Nutzer:innen bleiben in erster Linie preis- sowie angebotsorientiert und wählen im Zweifel den besten Deal. Entscheidend ist deshalb die gezielte Verzahnung von Kanälen mit unterschiedlichen Funktionen: Print-Prospekte und Online-Prospekte schaffen Überblick und Inspiration, Vor-Ort-Werbung und Außenwerbung setzen zusätzliche Impulse. Genau dieses Zusammenspiel ist der Hebel, um aus Reichweite tatsächliche Aktivierung zu schaffen“, erläutert Palle Presting, Team Lead Marketing & Brand bei Media Central.
