Tengelmann Unternehmenschef Karl-Erivan W. Haub wird seit dem 7. April 2018 in den Schweizer Alpen vermisst. Ab sofort übernimmt nun Christian W. E. Haub (53 Jahre) die alleinige Geschäftsführung der Unternehmensgruppe.
Bereits seit dem Generationswechsel im Jahr 2000 waren die Brüder Co-CEOs des mehr als 150 Jahre alten Familienunternehmens und trafen alle wesentlichen Entscheidungen gemeinsam. Nachdem von Karl-Erivan W. Haub seit dem 7. April jegliches Lebenszeichen fehlt, teilte seine Familie Ende letzter Woche mit, dass es für den leidenschaftlichen und routinierten Alpinisten keine Überlebenswahrscheinlichkeit mehr gibt. Sein jüngerer Bruder führt nun die Geschäfte des Mülheimer Traditionsunternehmens in Europa und den USA weiter. „Ich danke meiner Familie und unserem Beirat, dass sie auch weiterhin ihr Vertrauen in mich setzen und mir die alleinige Führung unseres Familienunternehmens übertragen haben“, sagt Christian W. E. Haub, Geschäftsführender und persönlich haftender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Tengelmann. „Mein Bruder wird nicht nur unserer Familie, sondern auch dem Unternehmen sehr fehlen. Für mich persönlich waren das gemeinsame Verständnis und der stets offene Austausch vor allem zu strategischen Themen wesentlicher Kern unseres engen Miteinanders. Neben dem persönlichen Verlust werde ich das am meisten vermissen.“ Besonders in den vergangenen acht Jahren haben die Brüder intensiv zusammengearbeitet. „Stets hatten wir gemeinsam das Ziel, unser Familienunternehmen in einem guten Zustand an die nächste Generation zu übergeben. An diesem Ziel halte ich fest und ich werde alles daransetzen, es zu erreichen“, sagt Haub weiter.
Unterstützt wird er dabei von den Führungsteams der Mülheimer Holding und der operativen Einheiten, die jeweils mit sehr erfahrenen und langjährig für das Familienunternehmen tätigen Führungskräften besetzt sind.
„Der Verlust unseres Bruders ist für unsere Familie eine Tragödie. Aber sie gefährdet nicht den Weiterbestand unseres Familienunternehmens. In den vergangenen Jahren ist es uns gelungen, das Unternehmen durch einen umfassenden Transformationsprozess zu führen. Es ist nunmehr grundsolide und zukunftsfähig aufgestellt“, sagt Haub.
Auch für den neuen CEO kommt ein reines Portfolio-Management nicht in Frage. „Im Herzen sind wir Händler, und wir werden immer unternehmerisch und operativ tätig bleiben. Eine reine Verwaltung von Vermögen und Beteiligungen kann ich mir nicht vorstellen“, so Haub. Auch an dem Plan, dass in einigen Jahren Vertreter der nächsten Unternehmergeneration ins Unternehmen eintreten, hält die Familie fest.
