Nach einem starken Vorjahresergebnis hat die Baumarkt-Sparte der Rewe-Gruppe mit den Vertriebslinien Toom und B1 Discount im Jahr 2021 Federn gelassen: Die Umsatzerlöse sanken um 11,4 Prozent auf rund 2,4 Milliarden Euro. 2022 ist das Geschäft gut angelaufen.
Das Geschäftsjahr 2021 war aus Sicht der Rewe-Gruppe erneut zu großen Teilen von den Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt. Besonders unter der Situation „gelitten“ habe neben der Touristik- auch die Baumarkt-Sparte. „Deutschland war das einzige Land in Europa, in dem die Baumärkte monatelang geschlossen waren“, sagte Rewe-Chef Lionel Souque heute bei einer Pressekonferenz. In den Lockdown-Monaten hätten die in dieser Zeit nur für gewerbliche Kunden geöffneten Märkte Umsatzverluste von bis zu 70 Prozent hinnehmen müssen. Das zweite Halbjahr sei gut gelaufen, habe die Verluste aber nicht kompensieren können.
Der für das Baumarkt-Ressort zuständige Rewe-Finanzchef Dr. Christian Mielsch verwies auf das außergewöhnlich starke Ergebnis im Jahr 2020. „Das letzte normale Jahr war 2019“, sagte er. In Summe sei das Baumarktgeschäft in den vergangenen zwei Jahren um 9 Prozent gewachsen. 2022 sei das Geschäft gut angelaufen, allerdings verzeichne man aufgrund der Auswirkungen der Pandemie sowie des Kriegs in der Ukraine Margenverluste. Die Einkaufspreise steigen laut Mielsch derzeit deutlich stärker als die Verkaufspreise in den Baumärkten.
Rewe akzeptiert nicht alle Preiserhöhungen der Industrie
Die Folgen des Kriegs auf die Geschäftsentwicklung abzumildern, ist laut Souque derzeit die „Top-Aktivität“ der Rewe-Gruppe. Insbesondere die hohen Energiepreise machen dem Vorstandschef Sorgen. Es gebe eine Reihe an Gegenmaßnahmen, „in der Summe können wir viele kleine Dinge tun“, sagte Souque. Dazu zählt zum Beispiel die Reduzierung der Beleuchtung und Beheizung der Einzelhandelsfilialen.
Hinsichtlich der Preiserhöhungen der Industrie machte Souque deutlich, dass die Rewe-Gruppe nicht alles akzeptieren werde. „Die Industrie muss kämpfen und wir müssen kämpfen“, sagte er. Es sei „totaler Schwachsinn“ zu glauben, alle Preiserhöhungen könnten an die Verbraucher weitergegeben werden. Rewe bemerke bereits jetzt deutlich, dass die Handelsspanne leide. Man habe zuletzt jedoch „genug verdient. Wir dürfen jetzt nicht jammern.“
