Enge Zusammenarbeit zwischen Handel und Herstellern ist ein wichtigstes Thema beim Kongress. Heute geht der internationale Branchengipfel in Barcelona zu Ende.
Die Keynote am ersten Kongresstag kam von Matt Schweickert. Der Chief Strategy Officer beim US-Handelsriesen The Home Depot erklärte in seinem Vortrag die disruptiven Veränderungen im Handel und deren Folgen. Die Zahl der Kunden, die im stationären Handel einkaufen, nehme stetig ab, sagte er. Die Kunden erwarteten heute die Lieferung der Produkte nach Hause, ein nahtloses Einkaufserlebnis zwischen online und offline sowie ein Fülle von Services. Ein Problem sei, dass die Erwartungshaltung der Kunden nicht konstant bleibe, sondern sich stetig verändere. „Das hat in der Vergangenheit schon einige Händler in den Ruin getrieben“, sagte Schweickert.
Stationärer Handel und purer Online-Handel würden heute als Gegensätze identifiziert, die Lösung liege „dazwischen“ in einer Omnichannel-Strategie. Der Manager plädiert für ein lokales Business, stark personalisierte Angebote und dynamische Preise. Über allem stehe die Beschäftigung mit dem Kunden: „Unternehmen, die nicht an ihrem Einkaufserlebnis arbeiten, werden nicht überleben“, sagte Schweickert. Home Depot werde bis 2020 rund 11,1 Milliarden US-Dollar in sein Business investieren. Der weitaus größte Teil davon, rund 5 Milliarden US-Dollar, soll in die Outlets fließen.
Rund 1.100 Teilnehmer sind der Einladung der Fachverbände European DIY Retail Association (EDRA) und European Federation of DIY Manufacturers (fediyma) sowie des Global Home Improvement Network (ghin) zum Global DIY-Summit in Barcelona gefolgt. John W. Herbert (EDRA/ghin) und Ralf Rahmede (fediyma) begrüßten die Gäste. 24 Prozent der Teilnehmer kommen aus dem Handel, 59 Prozent aus der Industrie. Wie Herbert erklärte, repräsentiert EDRA/ghin inzwischen 177 Mitglieder, die 28.000 Baumärkte in 65 Ländern betreiben. Der Umsatz der Unternehmen beläuft sich auf mehr als 300 Milliarden Euro.
In der Begrüßung benannte fediyma-Präsident Reinhard Wolff (Wolfcraft) die Themen des Kongresses. „Disruption, Digitalisierung und die Überalterung der Gesellschaft sind die Herausforderungen des Handels im Allgemeinen und der Baumarktbranche im Besonderen“, sagte er. EDRA-Präsident Sergio Giroldi (Obi) hob hervor: „Neben dem Austausch und dem Lernen voneinander, ist es aus meiner Sicht wichtig, dass die Zusammenarbeit zwischen Industrie und Handel gestärkt wird, zum Wohle des Kunden.“
