Diagramm zeigt die Rolle von Nonfood-Discountern als Ersatz für den Fachhandel in verschiedenen Produktkategorien.
Infografik zu: "Nonfood-Discounter als Ersatz für den Fachhandel. (Quelle: „Trend Check Handel“ ECC Köln)

Handel 2026-06-03T12:24:07.826Z Trend Check: Action & Co. gewinnen an Bedeutung

Welche Rolle spielen Nonfood-Discounter im Einkaufsprozess der Verbraucherinnen und Verbraucher? Dieser Frage geht der aktuelle Trend Check Handel des ECC Köln nach. Die Ergebnisse zeigen: Die Bekanntheit und Reichweite der Anbieter ist insgesamt hoch und Nonfood Discounter sind fest im Alltag vieler Konsumentinnen und Konsumenten verankert.

Rund 23 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten geben an, in den vergangenen zwei Jahren vermehrt bei Nonfood-Discountern eingekauft zu haben. Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend bei den 18- bis 29-Jährigen: 45 Prozent dieser Zielgruppe zog es in den letzten zwei Jahren zunehmend zu den preisorientierten Anbietern. Zwar ist auch die Kaufrate insgesamt relativ hoch, doch das Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft: Mehr als ein Viertel der bisherigen Nicht-Käuferinnen und Nicht-Käufer (27 %) kann sich vorstellen, künftig bei Nonfood-Discountern einzukaufen.

Nutzungsunterschiede zwischen den Anbietern je nach Altersgruppe

Besonders die jüngere Zielgruppe nutzt vor allem Tedi und Action (je 64 Prozent), während Woolworth und KiK in dieser Zielgruppe an Reichweite verlieren. Produktseitig dominieren Dekoartikel (57 %), Schreib- und Spielwaren (54 %) sowie Haushaltswaren (44 %). Jüngere Käuferinnen und Käufer greifen zudem überdurchschnittlich häufig zu DIY-Produkten (57 %).

Werbewahrnehmung von Nonfood Discountern auf moderatem Niveau

Die Werbung von Nonfood-Discountern erreicht einen spürbaren Teil der Konsumentinnen und Konsumenten: So hat knapp jeder Dritte (31 %) bereits Werbung von Action und KiK wahrgenommen, bei Tedi liegt der Wert bei 26 Prozent und bei Woolworth bei 17 Prozent. Der klassische Handzettel erzielt bei Tedi mit 17 Prozent noch die höchste Aufmerksamkeit, während KiK vor allem durch TV-Werbung (14 %) auffällt. Action erreicht Konsumentinnen und Konsumenten vergleichsweise stärker über Social Media, insbesondere über Instagram (10 %) und YouTube (8 %). Andere Nonfood-Anbieter erzielen über soziale Netzwerke bislang deutlich geringere Reichweiten.

Kaufverschiebungen verändern den Wettbewerb

Der steigende Besuch von Nonfood Discountern wirkt sich spürbar auf andere Einkaufsorte aus. 38 Prozent der Konsumentinnen und Konsumentengeben an, dass der Einkauf im Nonfood-Discounter den Besuch in der Innenstadt ersetzt – bei den Jüngeren sogar 55 Prozent. Auch der Fachhandel gerät zunehmend unter Druck: Vor allem in den Sortimenten DIY, Saisonware, Dekoration sowie Schreib- und Spielwaren verlagern Konsumentinnen und Konsumenten ihre Einkäufe und Nonfood Discounter stellen hier oftmals schon einen vollwertigen Ersatz zum Fachhandel dar. Gleichzeitig nimmt der Wettbewerbsdruck auch für die Nonfood-Discounter selbst zu. So geben 23 Prozent der Konsumentinnen und Konsumenten und 48 Prozent der Jüngeren an, Produkte, die zuvor bei Nonfood-Discountern gekauft wurden, inzwischen verstärkt über Asia Plattformen wie Temu und Co. zu beziehen.

zuletzt editiert am 03. Juni 2026
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