Luftaufnahme eines Bürokomplexes mit zwei mehrstöckigen Geschäftsgebäuden und einem großen, dicht mit Autos belegten Parkplatz. Die Fassaden der Gebäude zeigen helle Farben, Zufahrtswege und Parkreihen sind deutlich erkennbar. Der Komplex liegt eingebettet in eine ländliche Umgebung mit grünen Feldern und Rapsflächen im Hintergrund, klare Tageslichtaufnahme.
Der Bereich Consumer Batteries ist von dem Antrag auf Insolvenzverfahren ausgenommen, hier der Sitz des Werkes in Dischingen. (Quelle: Varta)

Industrie 2026-07-28T07:20:40.206Z Varta stellt Antrag auf Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung

Die Varta AG hat in der vergangenen Woche bei dem Amtsgericht Stuttgart Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung gestellt. Ziel dieses Schrittes sei es, die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens zu sichern und eine nachhaltige Fortführung des Geschäftsbetriebs zu ermöglichen, heißt es in einer Mitteilung. Der Geschäftsbereich Varta Consumer Batteries ist den Angaben zufolge nicht betroffen.

Das Amtsgericht Stuttgart bestellte den Stuttgarter Rechtsanwalt Tobias Wahl der Kanzlei Anchor zum vorläufigen Sachwalter. Anchor Rechtsanwälte ist eine bundesweit tätige Kanzlei, die auf Insolvenz- und Restrukturierungsrecht spezialisiert ist.

CEO Michael Ostermann richtete sich an die Mitarbeitenden der Varta-Gruppe mit folgenden Worten: „Dieser leider unvermeidbare Schritt macht mich persönlich sehr betroffen. Die Varta AG hatte in den vergangenen Quartalen mit großen Herausforderungen zu kämpfen. Wir sind uns im Vorstand und in der Geschäftsleitung der Gesamtverantwortung für Mitarbeitende, Kunden, Lieferanten und Geldgeber bewusst und arbeiten mit aller Kraft daran, so viele Arbeitsplätze wie möglich zu erhalten, eine nachhaltige Fortführung zu ermöglichen und für alle Stakeholder die bestmöglichen Perspektiven zu schaffen. Der Markt für Energiespeicher ist unverändert eine Zukunftsbranche, die starke heimische Anbieter und Technologieführer wie die Varta AG benötigt.“

Tobias Wahl fügte hinzu: „Die vom Unternehmen eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen bieten eine Chance, gemeinsam mit dem Management eine tragfähige Lösung für die Zukunft des Unternehmens zu finden.“

Wesentliche Ursachen für die erneute Krise seien deutlich verschlechterte Marktbedingungen, eine schwächere Nachfrage, negative Währungskurseffekte sowie zuletzt die Entscheidung eines Ankerkunden, die Zusammenarbeit zu beenden, heißt es in der Mitteilung. Gleichzeitig erschweren die bestehenden Konzernstrukturen mit komplexen internen Verflechtungen eine wirkungsvolle Umsetzung nötiger Sanierungsmaßnahmen und erfordern einen zusätzlichen Liquiditätsbeitrag. Das Zusammenwirken dieser Faktoren hat den weiteren Angaben zufolge im Rahmen der aktualisierten Unternehmensplanung und der laufenden Sanierungsprüfung eine strukturelle Finanzierungslücke auf Ebene der Konzernmuttergesellschaft ergeben, die insbesondere mit Blick auf die weitere Unternehmensentwicklung ab 2027 zur Stellung des Insolvenzantrages geführt haben.

Es sei die erklärte Zielsetzung, die operative Tätigkeit uneingeschränkt im Rahmen der insolvenzrechtlichen Vorgaben fortzuführen, um den Kunden, Lieferanten und Geschäftspartner die gewohnten Leistungen und Services zu bieten, heißt es von Seiten des Konzerns. Für die Mitarbeitenden bedeutet das, dass auch nach der Insolvenzantragstellung Löhne und Gehälter weiterbezahlt werden. Die Geschäftsführung wird in der Eigenverwaltung eng mit allen Beteiligten zusammenarbeiten, um die notwendigen Sanierungsmaßnahmen umzusetzen.

Von der Antragstellung ausdrücklich ausgenommen ist laut Mitteilung der Geschäftsbereich Varta Consumer Batteries mit den dazugehörigen Gesellschaften, die rechtlich und operativ separiert und finanziell eigenständig aufgestellt sind.

zuletzt editiert am 28. Juli 2026
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