Domäne Mobel
Deutscher Möbelmarkt unter Druck (Quelle: MAU)

2014-08-28T00:00:00Z VDM: Klage gegen Subvention für polnische Möbelindustrie

„Die deutsche Möbelindustrie hat im 1. Halbjahr 2014 ein Umsatzplus in Höhe von 1,6 Prozent erzielt. Damit tritt unsere Branche derzeit wirtschaftlich auf der Stelle. Dies wird sich nach unserer Einschätzung bis zum Jahresende auch nicht wesentlich ändern, so dass wir an unserer Prognose festhalten und von einer „schwarzen Null“ für das Gesamtjahr 2014 ausgehen,“ so beschrieb gestern Axel Schramm, Präsident des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie (VDM) die Situation in der Möbelbranche.

Allgemein werde der Inlandsmarkt zunehmend von Importware dominiert. Mittlerweile liegt der Anteil der Importware an den in Deutschland verkauften Möbeln bei 58 Prozent. Und trotz schwierigem Marktumfeld in Deutschland steigen die Importe auch 2014 weiter. Allein in den ersten fünf Monaten 2014 legten die Möbelimporte um 6,8 Prozent auf 4,6 Mrd. Euro zu. Polen liegt nach wie vor unangefochten an der Spitze der wichtigsten Ursprungsländer für Möbeleinfuhren nach Deutschland und baut seine Position weiter aus: Von Januar bis Mai des laufenden Jahres kletterten die Möbeleinfuhren aus unserem östlichen Nachbarland überdurchschnittlich schnell um 7,6 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro. Damit stammt inzwischen jedes vierte importierte Möbel aus Polen.

Für diese Entwicklung macht der VDM vor allem unfaire Marktchancen verantwortlich: „ Wir haben bei der Generaldirektion Wettbewerb der Europäischen Kommission Beschwerde gegen die Subventionen an die polnische Möbelindustrie eingereicht. Diese richtet sich gegen Beihilfen für den Kauf bzw. die Modernisierung von technischen Anlagen zur Herstellung von Kastenmöbeln im Rahmen des Europäischen Strukturfonds,“ so Axel Schramm.

Das zweitwichtigste Lieferland bleibt China. Insgesamt konnten im bisherigen Jahresverlauf vor allem osteuropäische Länder wie Tschechien (+65,1%), Ungarn (+14,3%) oder Litauen (+10,3%) ihre Lieferungen nach Deutschland kräftig steigern. Demgegenüber gehen die Möbelimporte aus den traditionellen Lieferländern wie Italien (-6,7%), Österreich (-18,5%) oder Schweden (-11,7%) weiter zurück.

zuletzt editiert am 24. Juni 2021
Newsletter