Holz Stapel Pixabay (Quelle: Pixabay)
Engpässe beim Rohstoff Holz nehmen zu. (Quelle: Pixabay)

Branche

25. April 2022 | Teilen auf:

Versorgungsengpässe bei Laubholz nehmen zu

Aufgrund der zunehmenden Engpässe bei der Versorgung mit dem Rohstoff Laubholz, fordert die AG Rohholz (AGR) eine Wende der Rohstoffpolitik in Deutschland. Um dies zu untermauern besuchten AGR-Vertreter kürzlich gemeinsam mit der Staatssekretärin Anja Boudon vom Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt- und Klimaschutz Brandenburg (MLUK) und weiteren Vertretern der lokalen Politik die Laubholzindustrie Templin (HI Templin).

Die HI Templin stand bei diesem Besuch stellvertretend für viele Laubholzsägewerke in Deutschland, die sich aufgrund von zunehmend schwieriger Rohstoffversorgung mit immer größeren Problemen konfrontiert sehen. Grund für die Sorgen um die Zukunft der Laubholzverarbeitung sind auch die Forderungen nach mehr Nutzungsverzichten, etwa in alten Buchenwäldern; unter anderem gefordert im kürzlich veröffentlichten Aktionsplan natürlicher Klimaschutz des Bundesumweltministeriums.

Paradox: Menge des verfügbaren Rohstoffs sinkt

Das Resultat mutet laut AGR paradox an: Obwohl sogar das Potenzial für eine verstärkte nachhaltige Nutzung in den Wäldern vorhanden sei und eine weltweit robuste Nachfrage nach Produkten herrsche, sinke die Menge des verfügbaren Rohstoffs kontinuierlich.

Dabei zeige der Zwischenbericht zum „Klimaplan Brandenburg“ die sinkende Kohlenstoff-Speicherleistung von Beständen im höheren Alter und empfehle gleichzeitig den Ausbau der Holzverwendung. „Der Klimaplan für Brandenburg hat viele gute Ansätze, für eine konsequente Umsetzung braucht es aber auch eine konsequente Nutzung des heimischen Rohstoffs“, erläutert AGR-Geschäftsführer Lukas Freise.

Staatssekretärin Anja Boudon erklärt nach Besichtigung der HI Templin: „Holz ist ein nachhaltiger und nachwachsender Rohstoff. Die Verwendung regionaler und ökologischer Materialien schont langfristig die Ressourcen, reduziert umweltschädliche Emissionen, spart Energie und stärkt die regionale Kreislaufwirtschaft. Die von der Landesregierung novellierte Landesbauordnung hat den Weg für die im Koalitionsvertrag vereinbarte Holzbauoffensive freigemacht.“

Holz als klimafreundlicher und nachhaltiger Baustoff

Die Landesbauordnung begünstige ausdrücklich den Einsatz von Holz als klimafreundlichen, nachhaltigen und lokalen Baustoff bis zur Hochhausgrenze bei Tragkonstruktionen und Außenwandbegleitung, so die Staatssekretärin weiter und fügt hinzu: „Auch in der Bioökonomie-Strategie des Landes, die derzeit erarbeitet wird, spielt Holz als Rohstoff eine wichtige Rolle. Um die Grundlage für den Rohstoff nachhaltig zu bewahren, braucht es einen konsequenten Waldumbau hin zu klimastabilen Mischwäldern. Damit wird nicht nur die Funktion des Waldes als Wirtschaftsraum, sondern auch als CO2- und Wasserspeicher langfristig gesichert.“

Konstruktive Zusammenarbeit gefordert

Antje Maschmann-Fehrensen, Geschäftsführerin der HI Templin, betont: „Wir benötigen den Rohstoff Holz für die Herstellung unserer klimafreundlichen Holzprodukte. Die Bewirtschaftung der Wälder und die damit einhergehende Nutzung des nachwachsenden Rohstoffs Holz und der Naturschutz schließen sich nicht aus.“ Hierbei bedürfe es konstruktive Zusammenarbeit anstelle von ideologisch geprägten Auseinandersetzungen.

Zum AGR-Positionspapier zur „Wende der Rohstoffpolitik in Deutschland“

zuletzt editiert am 25.04.2022