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Wichtigste Exportgüter Deutschlands waren im 1. Halbjahr 2022 Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile, gefolgt von Maschinen. (Quelle: Alexander Fradellafra / Pixabay)

Industrie 2022-08-18T12:06:35.253Z Warenexporte nach Russland im 1. Halbjahr um 34,5 Prozent gesunken

Die deutschen Exporte sind nach Angaben von Destatis im 1. Halbjahr 2022 insgesamt gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13,4 Prozent auf 763,9 Milliarden Euro gestiegen. Die Exporte nach Russland hingegen sanken im gleichen Zeitraum infolge des Kriegs in der Ukraine und der gegen Russland getroffenen Sanktionen gegenüber dem 1. Halbjahr 2021 um 34,5 Prozent auf 8,3 Milliarden Euro.

Den Zahlen der Statistiker zufolge importierte Deutschland in den ersten sechs Monaten dieses Jahres insgesamt Waren im Wert von 729,6 Milliarden Euro. Das waren 26,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum 2021. Die Wareneinfuhren aus Russland stiegen – auch aufgrund höherer Preise für Energie – wertmäßig um 51,3 Prozent auf 22,6 Milliarden Euro. Mengenmäßig sanken die Einfuhren aus Russland jedoch um 24,0 Prozent gegenüber dem 1. Halbjahr 2021.

Der Außenhandelssaldo (Export abzüglich Import) Deutschlands lag in den ersten sechs Monaten dieses Jahres laut Destatis bei plus 34,3 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum plus 96,5 Milliarden Euro). Im Außenhandel mit Russland wurden wertmäßig mehr Waren aus Russland eingeführt als dorthin ausgeführt. Im 1. Halbjahr 2022 betrug der Importüberschuss 14,2 Milliarden Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte der Importüberschuss noch 2,2 Milliarden Euro betragen. Auch diese Entwicklung sei vor dem Hintergrund der starken Preissteigerungen  in den letzten Monaten zu betrachten, teilen die Statistiker mit.

Chemische Erzeugnisse führen Importgüter an

Wichtigste Exportgüter Deutschlands waren im 1. Halbjahr 2022 Kraftfahrzeuge und Kraftfahrzeugteile mit einem Wert von 116,3 Milliarden Euro, gefolgt von Maschinen mit einem Wert von 99,2 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung von 5,9 Prozent beziehungsweise 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Wichtigste Importgüter waren chemische Erzeugnisse mit 76,1 Milliarden Euro (plus 64,9 Prozent) und Datenverarbeitungsgeräte (68,2 Milliarden Euro; plus 12,6 Prozent). Die hohen Importwerte im Chemiesektor sind auf die Einfuhren im Bereich Lactame aus China zurückzuführen, die sowohl für die Kunststoff- als auch für die Medikamentenherstellung verwendet werden können, so die Erklärung von Destatis.

zuletzt editiert am 18. August 2022