Die Lieferprobleme im Einzelhandel haben sich laut Ifo-Institut wieder verstärkt. 76,3 Prozent der Einzelhändler sagten im Februar, dass nicht alle bestellten Waren geliefert werden konnten. Im Januar waren es noch 57,1 Prozent. In den Baumärkten entspannt sich die Situation offenbar leicht.
86,9 Prozent der von den Wirtschaftsforschern befragten Baumärkte haben derzeit Lieferprobleme. Im Januar waren es noch 94, im Dezember 96 Prozent. „Der Handel muss sich gegenwärtig vielen Herausforderungen stellen. Auf der einen Seite verbessern sich die Aussichten mit Blick auf die Lockerungen der Covid-Einschränkungen. Auf der anderen Seite belasten die Lieferengpässe und die Inflation die Lage“, sagt Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.
In der aktuellen Umfrage klagen deutlich mehr Supermärkte als noch im Vormonat über Versorgungsengpässe: Der Anteil stieg von 18,4 auf 60,5 Prozent. Angespannt bleibt die Lage bei den Händlern von Spielwaren, Fahrrädern und Automobilen. Jeweils rund 95 Prozent berichteten von Lieferproblemen. Auch im Möbelhandel hat sich die Lage wieder verschlechtert. Der Anteil stieg von 66,6 auf 90 Prozent.
Industrie: Materialmangel verschärft sich
Auch aufseiten der Industrie hat sich die Lage wieder verschärft. 74,6 Prozent der Firmen haben Engpässe und Probleme bei der Beschaffung von Vorprodukten und Rohstoffen. Im Januar hatte sich mit 67,3 Prozent noch eine Entspannung angedeutet. „Die erhoffte Trendwende ist ausgeblieben“, sagt Wohlrabe. „Der Materialmangel verzögert somit weiter den Aufschwung in der Industrie.“
