Die Unternehmenszentrale in Iphofen.
Die Unternehmenszentrale in Iphofen (Quelle: Knauf)

Industrie 2024-04-08T06:13:19.511Z Wiederaufbau Mariupol: Knauf reagiert auf Monitor-Recherchen

Knauf reagiert mit einer Stellungnahme auf den TV-Beitrag des ARD-Politmagazins Monitor vom 4. April, in dem Belege und Hinweise dargestellt wurden, die zeigen, dass auch deutsche Firmen beim Wiederaufbau von Mariupol eine wichtige Rolle spielen.

Das Unternehmen verhalte sich jederzeit gesetzes- und sanktionskonform, heißt es in einer Mitteilung. Den Vorwurf, das nicht zu tun, weist der Hersteller aufs Schärfste zurück. Der TV-Beitrag lege nahe, dass Baustoffe aus der EU nach Russland importiert würden. Das sei definitiv nicht der Fall. Knauf liefere aus der EU weder nach Russland noch nach Mariupol. Seit Februar 2022 werden laut Mitteilung keine Waren mehr aus Russland exportiert bzw. nach Russland importiert.

Das Unternehmen betont des weiteren, das es lediglich Baustoffe produziere und nicht als ausführender Bauherr oder Investor an Bauvorhaben beteiligt sei. Der Hersteller unterhalte keine direkten Lieferverträge zu Verbrauchern oder Verarbeitern von eigenen Produkten in Russland. „Unsere Produkte gelangen dort über viele verschiedene, von Knauf unabhängige Händler zu den Endkunden. Wir haben keinen Einfluss darauf, wie und wo die Endkunden unsere Produkte verwenden“, steht in der Mitteilung geschrieben.

Knauf verurteilt laut Mitteilung den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine und unterstützt und befolgt sämtliche Sanktionen der EU, von Großbritannien und den USA gegen Russland. Unmittelbar nach Kriegsbeginn habe die Gruppe Neuinvestitionen in Russland gestoppt. In den vergangenen 30 Jahren hat der Hersteller nach eigenen Angaben 14 Produktionsstätten in Russland erworben bzw. aufgebaut und steht in der Verantwortung für seine 4.000 Mitarbeiter. „Wir haben uns bis auf Weiteres für den Verbleib im russischen Markt entschieden, denn wir möchten insbesondere in der gegenwärtigen schwierigen Situation unserer Verantwortung als Familienunternehmen gerecht werden und unsere langjährigen Beschäftigten nicht in die berufliche Unsicherheit entlassen. Rohstoffgewinnung, Produktion und Verkauf finden lokal statt, die Mitarbeiter fertigen mit lokaler Wertschöpfung aus regionalen Rohstoffen ausschließlich für den russischen Markt“, heißt es in der Mitteilung weiter.

Engagement in der Ukraine

Knauf hat zu Kriegsbeginn laut Mitteilung umgehend alle Mitarbeiter seines größten Werks in Soledar im Donbass in Sicherheit gebracht, die Umzüge für rund 200 Familien von Bakhmut nach Kiew organisiert und ihnen eine Unterkunft zur Verfügung gestellt. Das Werk Soledar, in das der Hersteller rund 200 Millionen Euro investiert habe, wurde im Laufe der Kriegshandlungen vollständig zerstört. Nach der Zerstörung von Soledar habe das Unternehmen unverzüglich wieder in der Ukraine investiert und eine bereits stillgelegte Anlage in Kiew in Betrieb genommen und erweitert, um den 450 Mitarbeitern eine Existenzgrundlage zu bieten und die lokale Versorgung mit Baustoffen zu sichern.

Darüber hinaus habe man laufend in den Schutz von Mitarbeitern und Werken investiert sowie die Mitarbeiter und deren Familien mit Nahrungsmitteln, Kochern und Notstromaggregaten unterstützt und über verschiedene Organisationen und Projekte soziale und karitative Hilfe, zum Beispiel mit der Lieferung von Lebensmitteln und dringend benötigten Hilfsgütern geleistet. Derzeit plant der Hersteller nach eigenen Angaben die Errichtung eines neuen Werkes im Westen der Ukraine.

zuletzt editiert am 17. April 2024
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