Online Handel
Zamro möchte gerade kleinen und mittelständischen Unternehmen ein Einkaufserlebnis bieten. (Quelle: iStock)

Handel 2017-07-17T00:00:00Z Zamro: B2B lockt weiterhin

Abermals ein neuer Online-Anbieter mit der Zielgruppe professionelle Verwender ist mit Zamro auf den Plan getreten. Anfang März ging der Shop in Deutschland online, lanciert wurde er jedoch bereits vor einem Jahr in den Niederlanden und ist seither auch in Belgien vertreten.

Seine Ausrichtung scheint zunächst vergleichbar mit Anbietern wie Procato, toolineo und Contorion. Als USP bietet Zamro jedoch nicht nur Werkzeuge und Befestigungstechnik, sondern auch Produkte für die Wartung, Reparatur und Instandhaltung von Maschinen. Offenbar hat man erkannt, dass immer mehr Unternehmen aus dem Handwerk online nach Ersatzteilen und Werkzeugen suchen, sich das Auffinden des passenden Produkts jedoch oft mühsam gestaltet. Das will die niederländische Plattform ändern. Die Website verfügt nach eigener Aussage über einen einfachen Such-und Bestellablauf und bietet ausführliche technische Informationen für den professionellen Gebrauch. Gelistet sind derzeit über 410.000 technische Komponenten und Werkzeuge, darunter auch für Heimwerker interessante Marken wie Festo. Ab einem Bestellwert von 60 Euro ist die Lieferung kostenlos, die Rücksendung bis zu 30 Tage nach Kauf ebenfalls.

„Privat kaufen Unternehmer aus dem Handwerk bereits Bücher, Kleidung und Elektro-Geräte in verbraucherfreundliche Onlineshops. Zamro bringt die Einfachheit des B2C Onlinehandels zum technischen B2B-Markt“, erklärt Zamro-Gründer und Geschäftsführer Floris-Jan Cuypers die Unternehmens-Philosophie. Gerade kleinen und mittelständischen Betrieben will man dabei ein Einkaufserlebnis bieten, wie sie es beispielsweise von Zalando kennen.

Die Gewissheit, dies leisten zu können, entnehmen die Niederländer ihrer Zugehörigkeit zur niederländischen Eriks-Gruppe, die eine hohe Kompetenz im technischen Supply aufweist. Operieren wird Zamro jedoch eigenständig und nicht als Shop des Mutterkonzerns. Deutschlandsitz des Unternehmens ist in Bielefeld. Die Entscheidung, den Shop hierzulande online gehen zu lassen, war durchaus strategisch. „Deutschland verfügt nicht nur über den größten Industriemarkt Europas, sondern auch über ein bereits stark ausgeprägtes Online-Kaufverhalten“, heißt es dazu bei Zamro. Ob man gescheiterte Wettbewerber wie Procato wird beerben können oder großen Playern wie Amazon Business die Stirn bieten, bleibt abzuwarten. Der Traffic von Zamro liegt aktuell bei rund 100.000 Besuchern. Das entspricht etwa einem Viertel des von Contorion, mit dem Zamro in der Ausrichtung am ehesten vergleichbar ist. Zamro-Gründer Cuypers zeigt sich jedoch optimistisch. Er geht davon aus, dass sich mindestens zehn Prozent des Umsatzes auf dem europäischen Markt für Wartung, Reparatur und Instandhaltung in nächster Zeit auf den Online-Handel umstellt: „Das ist immerhin ein Zehntel von mindestens 100 Milliarden Euro. Und davon wollen wir bei Zamro ein ordentliches Stück abhaben.“

zuletzt editiert am 25. Juni 2021