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Handel 2020-04-24T00:00:00Z ZHH: Corona-Krise trübt guten Jahresstart

Eine Umfrage des Zentralverbandes Hartwarenhandel (ZHH) zur Situation im Hartwarenhandel in der Corona-Krise zeigt, dass der PVH im März 2020 ungeachtet drohender Betriebsschließungen und Kontaktbeschränkungen Wachstum verzeichnen konnte.

Trotz der Beeinträchtigungen der internationalen Lieferketten seien bisher nur vereinzelt Probleme bei der Warenversorgung und der eigenen Lieferfähigkeit festzustellen, teilte der ZHH mit. Hingegen seien im Hartwareneinzelhandel teilweise Betriebsschließungen, ganz oder teilweise, notwendig gewesen, die zu deutlichen Umsatzrückgängen geführt hätten. Für April rechnet der Hartwarenhandel sowohl im PVH als auch im Einzelhandel mit einer deutlichen Eintrübung der wirtschaftlichen Situation.

Zusammengenommen 53 Prozent der befragten PVH-Unternehmen bewerten laut Verband die Umsatzentwicklung im März als viel besser (+5 Prozent) oder besser (bis 5 Prozent) als im Vorjahresmonat und 29 Prozent als „etwa wie“ im Vorjahresmonat – dies obwohl deutschlandweit seit 16. März Kontaktbeschränkungen und teilweise Betriebsschließungen angeordnet wurden.

Mehr als die Hälfte der teilnehmenden Handelsunternehmen nutzen die derzeitige Situation um den eignen Onlineshop auf- oder auszubauen. Auch der Vertrieb über Onlineplattformen (19 Prozent) und soziale Netzwerke (33 Prozent) sowie digitale Beratungstools (33 Prozent) erfreut sich gesteigerter Beliebtheit. 67 Prozent der befragten PVH-Unternehmen haben zudem ihr Abhol- und Liefergeschäft ausgebaut, 86 Prozent ihre telefonischen Vertriebsaktivitäten ausgeweitet. Die Branche bewege sich stärker denn je in Richtung Multi-Channel-Marketing, so der Verband.

Hartwareneinzelhandel zurückhaltend im Onlinegeschäft

Im Hartwareneinzelhandel sei aufgrund seiner differenzierten Ausprägung und den damit verbundenen unterschiedlichen Restriktionen seitens der Politik kein einheitliches Bild darzustellen. Rund ein Drittel der Händler habe seine stationären Verkaufsflächen schließen müssen, während andere teilweise oder ganz geöffnet bleiben. Die Umsatzentwicklung reicht demnach von deutlichen Zuwächsen bis hin zu massiven Einbrüchen von mehr als 50 Prozent. Im Mittel lagen die Rückgänge im hohen einstelligen Bereich.

Für den April ist die Umsatzprognose negativer. Hier prognostizieren mehr als 60 Prozent der Fachhändler eine schlechtere (bis 5 Prozent Rückgang) oder viel schlechtere (mehr als 5 Prozent Rückgang) Umsatzentwicklung als im Vorjahresmonat, 26 Prozent erwarten eine Entwicklung auf dem Vorjahresniveau und wenige eine Verbesserung.

Auch im Hartwareneinzelhandel wurde angesichts von Umsatzrückgängen die telefonische Beratung intensiviert (90 Prozent), das Abhol- und Liefergeschäft ausgebaut (72 Prozent) und Werbemaßnahmen auf verschiedensten Kanälen verstärkt (67 Prozent). Auch der Vertrieb über soziale Netzwerke (44 Prozent) und lokale Marketing- und Wirtschaftsverbünde (36 Prozent) wird herangezogen, um kontaktlos Geschäfte abzuwickeln und Kunden zu erreichen. Hingegen werden Onlineplattformen (18 Prozent) und der Auf- oder Ausbau des Onlineshop (26 Prozent) bisher eher noch verhalten genutzt, was laut Verband auch an fehlenden Produktdaten oder einem hierauf ausgerichteten Warenwirtschaftssystem liegen könnte.

Guter Zusammenhalt in der Branche

„Gerade jetzt kommt dem Fachhandel, sowohl dem PVH als auch dem Hartwareneinzelhandel die enge und intensive Kundennähe zugute. Jetzt gilt es diese den aktuellen Gegebenheiten anzupassen und neue Wege auszuprobieren oder stärker zu nutzen. Hier sind erfreuliche Ansätze zu beobachten, die es weiter zu verfolgen gilt“, resümiert ZHH-Chef Thomas Dammann. In beiden Handelsbereichen werde der Zusammenhalt der Branche in der Krise positiv bewertet: Mehr als 80 Prozent der PVH-Unternehmen und Hartwareneinzelhändler zeigten sich mit der Unterstützung durch die Branchenverbände und Verbundgruppen zufrieden.

zuletzt editiert am 25. Juni 2021
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