TrayC-Kreislaufpalette (Quelle: Landgard)
Eine „TrayC“-Palette (Quelle: Landgard)

Grüne Fakten

21. December 2021 | Teilen auf:

Deutsche Umwelthilfe greift Landgard an

„Pseudo-Mehrweg“, „Greenwashing“: Mit scharfen Worten kritisieren die Umweltschützer die geplante Ausweitung des Transportpaletten-Systems „TrayC“ für Pflanzen durch Landgard. Die Paletten seien ungeeignet, um vielfach wiederverwendet zu werden.

Landgard hatte zuletzt angekündigt, das „TrayC“-Palettensystem ab 2022 in seinen Cash & Carry-Märkten einzuführen. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisiert die geplante Ausweitung: Mit den „TrayC“-Paletten versuche Landgard „Einweg möglichst lange weiterzuführen und auf Kosten unserer Umwelt viel Geld zu verdienen. Denn jede verkaufte Einweg-Palette spült Geld in die Kasse“, sagt Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz. „Das Unternehmen versucht offenkundig, die dünnwandigen ,TrayC‘-Paletten als verkapptes Mehrwegsystem darzustellen. Anders als echte Mehrweg-Paletten sind diese aber ungeeignet, um vielfach wiederverwendet zu werden. Wenn sich Landgard die Mühe macht, dünne und eingeschränkt wiederverwendbare Paletten zu sammeln, in Zentrallager zu transportieren und auf eine mögliche Wiederverwendung zu prüfen, dann sollten von Anfang an echte und hundertfach wiederverwendbare Mehrwegpaletten eingesetzt werden.“

DUH fordert Landgard auf, „sich auf den Aufbau eines echten und einheitlichen Mehrwegsystems zu konzentrieren, anstatt dünnwandige und zur Wiederverwendung ungeeignete Plastikpaletten groß auszurollen“. Von der Bundesregierung verlangt die Organisation, den Umstieg von Einweg auf Mehrweg mit gesetzlichen Vorgaben zu unterstützen und eine Abgabe auf Einweg-Paletten von mindestens 20 Cent.

Landgard wehrt sich gegen Vorwürfe

Landgard weist die Vorwürfe entschieden zurück. „Wir verstehen nicht, warum die deutliche Verbesserung des Status Quo durch ,TrayC‘ so massiv kritisiert wird und damit ein Imageschaden für das Konzept in Kauf genommen beziehungsweise genau darauf abgezielt wird“, sagt Geschäftsführer Johannes Kronenberg auf Nachfrage von BaumarktManager. „TrayC“ sei „eine Lösungsoption und eine praktikable Antwort im Hier und Jetzt auf dem Weg hin zur Entwicklung eines funktionierenden Mehrwegsystems für Transporttrays“. Der „Greenwashing“-Vorwurf sei „durch keine Fakten zu rechtfertigen“.

Landgard wünscht sich einen direkten Dialog mit den Umweltschützern, „damit der Markt nicht weiterhin durch Mutmaßungen und teilweise auch falsche Aussagen seitens DUH verunsichert wird“, so Kronenberg. „TrayC“ sei „sicherlich nicht so selbsterklärend wie die plakative Forderung nach einem Mehrwegtray. Daher ist unser Eindruck, dass das System noch nicht ganzheitlich verstanden wird.“

zuletzt editiert am 14.01.2022