Zweimal mussten die für die DIY- und Gartenbranche wichtigen Treffpunkte Eisenwarenmesse und spoga+gafa zuletzt aufgrund der Pandemie ausfallen. BaumarktManager hat mit den Messedirektoren Matthias Becker und Stefan Lohrberg über die Vorfreude auf den Neustart gesprochen.
BaumarktManager: Herr Becker, Herr Lohrberg, die zurückliegenden Monate werden Ihnen als Messemacher keine große Freude bereitet haben. Wie sind Sie mit der unsicheren Lage und ständigen Bedenken hinsichtlich der Durchführbarkeit Ihrer Veranstaltungen umgegangen?
Stefan Lohrberg: Die letzten gut zwölf Monate waren und sind für das Team der spoga+gafa, der Eisenwarenmesse sowie allen Messemanagerinnen und Messemanagern weltweit, freundlich gesagt, „herausfordernd“. Zuversicht und Enttäuschungen gaben sich im letzten Jahr im stetigen Wechsel – meistens kam die Enttäuschung uneingeladen – die Klinke in die Hand.
Da wir ständig im direkten Kontakt mit unseren Branchen standen und gemeinsam mit diesen die nötigen Entscheidungen trafen, konnten wir davon ausgehen, dass wir jeweils auf dem richtigen Weg waren, sind und bleiben. Transparenz und größtmögliche Kundenorientierung bildeten und bilden die Eckpfeiler unseres Handelns; eine Einschätzung, die uns unsere Aussteller und Besucher unisono zurückspielen. Wir haben in all den Monaten nie den Optimismus verloren und arbeiten nun gemeinsam – mit großer Vorfreude – an den beiden Konzepten unserer Veranstaltungen 2022.

Matthias Becker: Lassen Sie mich etwas hinzufügen: Die Pandemie belastet die Koelnmesse schwer. Wir haben aber das Glück, dass die Corona-Krise auf eine gesunde und gut aufgestellte Koelnmesse traf. Die Arbeit unserer Unternehmensführung und die der einzelnen Projekte und Abteilungen in den Jahren vor diesem Einschnitt lässt uns bis zum heutigen Tag und darüber hinaus ruhig und besonnen unsere Veranstaltungen durch diese schwere Zeit manövrieren. Wir können dadurch immer im Sinne unserer Kunden agieren. Unsere Aussteller und Besucher honorieren dieses. Dafür sind wir dankbar. In jede Richtung.
Hatten Sie zwischenzeitlich vielleicht auch mal Gedanken wie „Ich schmeiß jetzt alles hin!“ oder „Brauchen unsere Kunden uns nach der Pandemie eigentlich noch?“?
Lohrberg: Nein, der Gedanke kam mir nicht. So absurd es sich eventuell anhört, eine derartige Krise kann auch das Gegenteil in einem bewirken, die absolute Lust und Kraft, Dinge zu bewegen. Hinschmeißen ist keine Lösung. Bereits vor der Krise haben wir uns sehr intensiv hinterfragt und unsere Relevanz neu und erfolgreich herausgearbeitet. Der Anspruch an Messen hat sich in den letzten Jahren geändert. Wir von der Koelnmesse – die IEM und die spoga+gafa dienen hier gerne als Beispiele – haben den Erwartungswandel, welcher die weltweiten Leitmessen im vergangenen Jahrzehnt erreichte, frühzeitig gesehen. Deshalb transformieren wir unsere Produkte seit Jahren zu mehrwertstiftenden Themenplattformen um.
So sehr unser Kern weiter darin besteht, Angebot und Nachfrage, Lieferant und Handel zueinander zu bringen, so sehr steht die Beantwortung von globalen Fragen unserer jeweiligen Branchen im zusätzlichen Zentrum unserer Messen. In beiden Kernen steckt unsere Relevanz: die Zusammenführung von Produkt und Mensch sowie Herausforderung und Lösung.

Becker: Ich kann mich hier nur anschließen, diese Gedanken hatten wir nie. Die Eisenwarenmesse hat eine lange Tradition, und wir sind mit der Branche eng verbunden. Wie bei der spoga+gafa freuen wir uns ebenfalls darauf, 2022 den Motor der Hartwarenwelt wieder anzuwerfen und gemeinsam mit voller Kraft und Innovationen durchzustarten. Ganz nach dem Motto der Branche: „We rock 2022!“
Wie hat Corona bereits, wie wird die Pandemie Ihrer Einschätzung nach das Messegeschäft und das Messegeschehen zukünftig verändern?
Becker: Bei der Eisenwarenmesse treiben wir gerade, wie auch bei anderen Formaten der Koelnmesse, die digitale Erweiterung voran. Die Eisenwarenmesse wird ab 2022 hybrid stattfinden. Physisch hier auf dem Kölner Messegelände mit Produktpräsentationen, Networking-Formaten, Bühnenprogramm und unterstützend mit digitalen Konzepten, mit denen wir eine noch größere Reichweite bekommen werden und zusätzliche Zielgruppen erreichen können. In den Messehallen planen wir aktuell wie in den letzten Jahren. Die im Frühjahr notwendigen Hygienekonzepte stimmen wir wieder eng mit den Behörden ab.
Lohrberg: Die Krise wird Auswirkungen auf das Besucherverhalten haben. „Qualität schlägt Quantität“, das dürfen unsere Branchen erwarten. Messen im vergangenen Jahr, einige gab es während der Pandemie, haben gezeigt, dass zwar weniger Besucher kamen, die, die aber da waren, kamen mit hoher Entscheidungskompetenz und platzierten teils höhere Auftragsvolumen. Incentive-Besuche nehmen ab, Entscheidungsmomente zu. Damit stieg die Relevanz der Messe-Gespräche, und das teils deutlich.
Das komplette Interview mit Matthias Becker und Stefan Lohrberg lesen Abonnenten exklusiv in der Juli-Ausgabe von BaumarktManager.