Nachhaltigkeit ist in der DIY-Branche längst kein reines Kommunikationsthema mehr. Industrie und Handel brauchen belastbare Daten, klare Klimaziele und ein gemeinsames Verständnis entlang der Wertschöpfungskette. Genau hier setzt die Science Based Targets initiative SBTi an, die Unternehmen hilft, klimawissenschaftlich fundierte Ziele zur Reduzierung von Treibhausgasen festzulegen.
Mit der CSRD wurden in der EU neue Standards für die Nachhaltigkeitsberichterstattung gesetzt. Doch eine CO₂-Bilanz allein ergibt noch keinen tragfähigen Klimaplan. Storch-Ciret entschied sich daher bewusst für SBTi, obwohl das Unternehmen regulatorisch nicht dazu verpflichtet ist. Klimaziele werden als strategisches Instrument verstanden und sind Teil der Unternehmensplanung.
Die Emissionen werden in Scope 1, 2 und 3 gegliedert. Während Scope 1 direkte Emissionen aus eigenen Quellen und Scope 2 eingekaufte Energie umfasst, beinhaltet Scope 3 alle übrigen indirekten Emissionen entlang der Wertschöpfungskette. In der DIY-Branche liegt der größte Hebel in Scope 3, etwa bei Rohstoffen, Transporten, Nutzung und Entsorgung. Storch-Ciret ist deshalb Mitglied der Initiative „Make it Zero“ von EDRA und GHIN, in der gemeinsame Reduktionsziele vereinbart und jährlich berichtet werden.

Eigene Hebel zuerst nutzen
Bis 2030 will Storch-Ciret die Emissionen aus Scope 1 und 2 um 42 Prozent senken, Net Zero bis 2050 ist gesetzt. Vorrang hat die substanzielle Senkung der Emissionen, Kompensationen sind nur für unvermeidbare Restmengen vorgesehen. Zentrale Maßnahmen sind Investitionen in Photovoltaik, Effizienzsteigerungen in Produktion und Logistik, Reduzierung fossiler Energieträger sowie Modernisierung der Maschinen. Ein bloßer Wechsel zu Grünstrom reicht im SBTi-Kontext nicht, gefragt sind geringerer Verbrauch, höhere Effizienz und eigene Stromerzeugung, ergänzt durch geprüfte Power Purchase Agreements.
Scope 3 als Glaubwürdigkeitstest
Die größte Herausforderung liegt in Scope 3. Unternehmen können Dekarbonisierung hier nicht allein umsetzen, sondern müssen Lieferanten einbinden, Prioritäten setzen und gemeinsame Lösungen entwickeln. Klimaziele werden fest in Planung, Reporting und Datensysteme integriert, Fortschritte regelmäßig gemessen und transparent kommuniziert. Der Weg über SBTi zwingt dazu, Materialien, Verpackungen, Prozesse und Investitionen neu zu bewerten. So entstehen weniger Emissionen und zugleich mehr Transparenz, Steuerungsfähigkeit und Glaubwürdigkeit im Markt.