Die Zahlen des ersten Quartals 2026 - BaumarktManager berichtete - machen deutlich: Trotz der Belastungsfaktoren wie Irankrieg, schwache Witterung etc. fällt der Umsatzrückgang moderat aus, was für eine hohe Resilienz und Grundnachfrage spricht, zugleich aber auch für eine anhaltend fragile Konsumstimmung, die stark von äußeren Einflüssen abhängt. Die Sortimentsanalyse zeigt, dass der Fokus auf Alltagsnutzen, Mobiliät und bezahlbare Freizeitgestaltung liegt. Somit eher kleine Belohnungen, statt teure Anschaffungen. Welche Szenarien und Handlungsschwerpunkte leiten sich daraus für den Baumarkt- und Gartenfachhandel ab?
3 Szenarien für den weiteren Jahresverlauf 2026
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Szenario I: Zaghafte Erholung: Die Kriegslage bleibt angespannt, aber ohne weitere massive Eskalation. Energie- und Logistikkosten stabilisieren sich; Konsumklima erholt sich leicht. Garten- und Outdoorgeschäft holen im Frühsommer einen Teil des verspäteten Starts nach. Erwartung: leichtes Plus im zweiten Halbjahr möglich, Jahresverlauf insgesamt etwa auf Vorjahresniveau.
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Szenario II: Stagnation auf niedrigem Niveau: Konsumenten bleiben verunsichert, größere Anschaffungen werden weiter geschoben. Investive Sortimente (Gartenmöbel, Boden/Fliesen, Wohnen) bleiben schwach. Erwartung: gering negatives bis neutrales Gesamtjahr, hohe Bedeutung von Aktionen und preissensiblen Sortimenten.
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Szenario 3: Verschärfung der Krise: Weitere Eskalation des Irankrieges, erneuter Kostensprung bei Energie/Transport. Noch stärkere Konsumzurückhaltung, DIY wird zwar als Sparinstrument genutzt, aber mit Fokus auf kleine, günstige Projekte. Erwartung: deutlicher realer Rückgang, Verdrängungswettbewerb nimmt zu.
4 Handlungsschwerpunkte für den DIY-Handel
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Sortiments- und Flächensteuerung: Gewinnersegmente ausbauen: Freizeit-/Saisonwaren, Haushaltswaren, Automotive, einfache Garten- und Pflegeprodukte. Verlierersegmente differenziert führen: Gartenmöbel, Fliesen, Gartenausstattung selektiv einkaufen, Sortiment verschlanken. Fokus auf gute Einstiegspreislagen und wenige, klar profilierte Qualitätsstufen. Kurze Reaktionszyklen: Wetter- und Stimmungsabhängigkeit erfordern flexible Flächen- und Aktionsplanung.
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Preis- und Kommunikationsstrategie: DIY als Antwort auf Kostenkrise: Kampagnen wie „Selbermachen statt teuer zahlen“, konkrete Einsparbeispiele. Projektangebote mit Budgets („Terrasse auffrischen unter 300 €“). Preisvertrauen stärken: Transparente Preisarchitektur, starke Handelsmarken, klare Aktionsanlässe statt Dauer-Rabattschlachten.
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Kunde, Beratung, Service: Verunsicherung abfangen durch einfache Schritt-für-Schritt-Lösungen: Sets, Ratgeber, Videos, Workshops. Betonung von Planbarkeit und Verlässlichkeit (Verfügbarkeit, feste Preise, Lieferzusagen). Projekt- statt Produktberatung: Mitarbeitende befähigen, Komplettlösungen zu verkaufen (Materiallisten, Cross-Selling).
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Omnichannel und operative Exzellenz: Online stärken: Verfügbarkeitsanzeige, Click & Collect, projektbezogene Content-Strecken. Kosten & Bestände im Griff behalten: Enges Monitoring der Drehzahlen, vor allem in saisonalen und großvolumigen Sortimenten. Risiken aus den volatilen Lieferketten aktiv managen
